Amazon hat zum 1. Februar 2026 die FBA-Lagerlimits in DE neu aufgesetzt. Wer das verschlafen hat, sieht jetzt im Q1-Closeout-Geschäft warum - viele Seller hocken mit halb-leeren Konten da, weil sie ihre Bestseller nicht nachliefern konnten. Hier die Lage.
Was sich konkret geändert hat
Vor der Anpassung galt das IPI-basierte Storage-Limit (Inventory Performance Index), zusätzlich Restock-Limits pro Lager. Seit Februar 2026 gilt eine neue Drei-Stufen-Logik:
- Account-Health-Score (statt nur IPI) - berücksichtigt auch Customer-Service-Metriken, Defect-Rate, Late-Shipment-Rate
- Category-Capacity - bestimmte Kategorien (Sport, Outdoor, Garten) sind zur Saison vorbestimmt-kontingentiert
- Forecast-Demand - Amazon schätzt deinen erwarteten Abverkauf in 90 Tagen und limitiert auf 120% davon
Heißt: Wer im Februar noch 3.000 Einheiten pro SKU vorrätig haben durfte, hat im April vielleicht nur 1.800 - weil der Forecast niedriger ist (saisonalitäts-adjustiert).
Was das praktisch bedeutet
Drei typische Probleme, die wir bei Beta-Sellern sehen:
- Saisonale Spitzen verpasst: Sportartikel-Seller konnten ihre Frühjahrs-Bestellungen nicht aufstocken, weil das Limit im Januar/Februar zu niedrig war. Lieferung kam dann zur falschen Zeit.
- Slow-Mover blockieren Capacity: Wer alte Bestände hat, die nicht performen, frisst Limit für die Bestseller weg. Aufräumen ist wichtiger als je zuvor.
- Restock-Lead-Times verlängert: Amazon braucht jetzt 3-7 Tage zur Capacity-Neubewertung nach Verkaufsspike. Wer im Sale 200 Einheiten verkauft, kann nicht sofort nachschießen.
Was du jetzt tun kannst
1. Account-Health-Score checken
Im Seller Central unter “Performance → Account Health”. Alles unter 200 ist gelb-rot. Wenn deins niedrig ist:
- Late-Shipment-Rate reduzieren (FBA hilft automatisch, FBM-Probleme sofort fixen)
- Customer-Service-Antwortzeiten unter 24h drücken
- Defect-Rate unter 1% halten (Returns wegen Qualität, A-Z-Claims)
2. Slow-Mover identifizieren und entfernen
Reports → Inventory Age. Alles über 270 Tage entweder:
- Aggressiv abverkaufen (Coupons, Deals, PPC mit niedriger Bid-Strategie)
- Removal-Order (zurückschicken oder vernichten lassen)
- Liquidations-Programm (Amazon kauft zu reduzierten Preisen, kannst du ab Q1 2026 nutzen)
3. Forecasting verbessern
Das neue System ist gnadenlos bei falschen Forecasts. Tools wie SellerBoard oder Amazons eigene “Demand Forecast” liefern dir 90-Tage-Schätzungen. Wer manuell forecastet, sollte mindestens monatlich aktualisieren.
4. Multi-Channel-Fulfillment (MCF) einplanen
Wenn dein FBA-Limit gedeckelt ist, kannst du über MCF dein Lager parallel auch für Shopify, eigenen Webshop, eBay nutzen. Erhöht zwar nicht das Limit, aber maximiert die Nutzung.
Was kommt im H2 2026?
Aus internen Quellen (mehrere FBA-Account-Manager-Calls bei Beta-Sellern):
- Verkürzte Removal-Times: Inventur-Rückgabe soll von aktuell 14 Tagen auf 7 reduziert werden
- Dynamische Capacity bei Sales-Spikes: Wenn ein Produkt plötzlich viral geht, soll das System automatisch mehr Capacity zuweisen (heute manuell anfragen)
- Categorie-Limits flexibler: Brand Owner mit Brand Registry sollen pro Marke ein höheres Gesamt-Limit bekommen
Nichts davon ist offiziell bestätigt - aber wenn du planst, halte den Q3-Newsletter von Amazon im Auge.
Quick-Audit für dein FBA-Konto
In 15 Minuten kannst du folgendes checken:
- [ ] Account-Health-Score über 200?
- [ ] Inventory-Age-Report: alles über 270 Tage identifiziert?
- [ ] Bestseller-SKUs: aktuelles Capacity-Limit vs. erwartete Verkäufe in 90 Tagen?
- [ ] Slow-Mover: Removal-Order angestoßen oder Sale geplant?
- [ ] Forecasting: monatliches Update im Kalender?
Wer das nicht macht, läuft Gefahr, im Q2/Q3-Geschäft Geld liegenzulassen. Und 2026 ist insgesamt ein anspruchsvolleres FBA-Jahr als 2025.
APEX fastlane generiert Listings - aber unsere Roadmap (H2 2026) erweitert das auf FBA-Restock-Forecasts und Slow-Mover-Detection. Wenn das für dich spannend ist, melde dich für die Beta.